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Chirurgische Behandlung Führt die ärztliche Behandlung nicht zum Erfolg, so kann eine chirurgische Behandlung indiziert sein. Dabei werden zwei unterschiedliche Strategien verfolgt. Ein Ansatz zielt auf die erhöhte Aufnahme von Endolymphflüssigkeit ab (Flüssigkeit in den Gehör-und Gleichgewichtsschläuchelchen im Innenohr), der andere dient der Verringerung der Vestibular- (Gleichgewichts-) Funktion zur Verringerung der Schwindelsymptome.
Operation des endolymphatischen Sack Im Prinzip stellt diese Operation einen nicht-zerstörenden Eingriff am Saccus endolymphaticus dar, welcher darauf abzielt, den Abtransport von Flüssigkeit aus dem Innenohr zu verbessern. Die Wirksamkeit dieses Ansatzes wird kontrovers diskutiert, da die langfristigen Ergebnisse gegenüber Plazebo-Operationen keine signifikanten Unterschiede aufweisen.1
Durchtrennung des Vestibularnervs Bei dieser Operationstechnik wird zur Kontrolle der Schwindelsymptome die Vestibularfunktion vermindert. Dies erfolgt durch Denervierung oder Zerstörung des betroffenen Ohres. Der Eingriff ist schwerwiegender und mit höheren Kosten verbunden. Er beinhaltet das Risiko einer Meningitis und des Austritts von Liquorflüssigkeit. In 95% der Fälle wird auf diese Weise der Schwindel kontrolliert. In über 90% der Fälle wird das Hörvermögen erhalten.
Chemische Labyrinthektomie Dieses Verfahren ist seit kurzem wegen seines geringen Risikos und geringer Kosten weit verbreitet.*(7) In Fällen einseitiger Erkrankung reduziert Gentamycin in der Paukenhöhle angewandt den Schwindel durch Herabsetzung der periphären Vestibularfunktion der betroffenen Seite, jedoch mit einem 30%igen Hörverlustrisiko. Bei beidseitig betroffenen Patienten wurde intramuskulär Streptomycin verabreicht.* Alle zerstörenden Verfahren resultieren in einer verringerten Vestibularfunktion der behandelten Seite, was manche Patienten im Austausch gegen die alten Beschwerden in Kauf nehmen, sofern ihr Gleichgewicht durch Kompensation im Zentralhirn wieder stabilisiert ist.
Labyrinthektomie In Fällen, in welchen das Gehör geopfert werden kann oder bereits verloren ist, wird das Labyrinth (Gleichgewichtsorgan des Innenohrs) operativ entfernt. Mit dieser Maßnahme können die Schwindelanfälle in 95% der Fälle ausgeschaltet werden. Nach Durchführung der Operation sind die Gehör- und Gleichgewichtsfunktionen des operierten Ohrs vollständig und für immer zerstört. Das nicht operierte Ohr sorgt für Hörfähigkeit und Gleichgewichtssinn, solange es nicht von Morbus Menière oder einer anderen Erkrankung betroffen ist.
1. Thomsen J., Bretlau P., Tos M., Johnsen N.J. 1981. Placebo effect in surgery for Menière's disease. A double-blind, placebo-controlled study on endolymphatic sac shunt surgery. Arch Otolaryngol 107:271-277.
2. Hellstrom S., ödkvist L.M. 1994. Pharmacologic labyrinthectomy. Otolaryngol Clin North Am 27:307-315.
3. LaRouere M J., Zappia J.J., Graham M.D. 1993. Titration streptomycin therapy in Menière's disease: current concepts. Am J Otol Vol. 14:474-477.
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